
Liebe Freunde des Abnehmens, wie Sie alle wissen, bin ich ein Freund der Kombination aus vernünftiger Ernährung und ausreichender Bewegung, um langfristig sein Idealgewicht zu erreichen bzw. dieses dann auch zu halten. Diese beiden Säulen bilden die Grundlage für meinen bisherigen Erfolg. Doch was passiert, wenn eine der beiden Säulen nicht richtig funktioniert? Klar, das System versagt. Die Folge ist, dass das Gewicht unweigerlich wieder in die Höhe geht. Die Ursache ist leicht gefunden: Macht man keinen oder nur wenig Sport, dann nimmt man zuviel über die Nahrung auf. Macht man Sport und nimmt dennoch zu, dann liegt vielleicht eine Stoffwechselerkrankung vor oder man isst einfach zu viel.
Ausgangspunkt bei mir sind langwierige Probleme im Schulterbereich, die mich dazu zwangen, das Schwimmen zu unterbrechen. Anfangs fuhr ich zum Ausgleich Rad und versuchte es mit dem Laufen. Doch der Umfang reichte offensichtlich nicht aus, um eine Gewichtszunahme von 72 auf 75 kg innerhalb weniger Monate zu verhindern. In dieser Zeit flatterte mir die Werbung eines Fitness-Studios aus meinem Heimatort Freising in den Briefkasten mit der Aussage, dem Bauchspeck gezielt mit einer speziellen Methode (Slim Belly) zu Leibe rücken zu können. Da ich Neuem immer offen gegenüber stehe, entschloß ich mich, mich "zu opfern", um auch meinen Lesern Informationen dazu aus erster Quelle zukommen lassen zu können. Ich tat das, obwohl ich in der Vergangenheit eigentlich kein Freund von Studios war.
Es handelt sich dabei um eine Gerätekombination aus einem Bauchgurt und einem kleinen Gerät, welches in der Lage ist, Über- und Unterdruck zu erzeugen (ich nenne es mal Kompressor, auch wenn es so nicht stimmt). Beide Teile sind über 2 kleine Schläuche miteinander verbunden.
Schaltet man den Kompressor an, pumt dieser in den eng angelegten Bauchgürtel Luft und saugt diese anschließend wieder ab. So wird der vom Gürtel bedeckte Bauchbereich quasi per Luft massiert. Die Marketing-Aussage lautet dazu, dass das Fettgewebe auf diese Weise mobilisiert wird und deshalb vor anderen Fettreserven als Energiequelle beim Sport herangezogen wird. Diese Aussage wird von Statisken untermauert, die über zahlreiche Studien (an einer davon nahm ich teil) ermittelt wurden.
Ich habe 79 EUR auf den Tisch gelegt und durfte 12 (offiziell, inoffiziell durfte ich 13) mal mit dem System an ausgesuchten Geräten trainieren (Crosstrainer, Rad und Laufband). Alle anderen Geräte waren tabu. Insofern nicht wirklich ein billiges Vergnügen (knapp 6,60 EUR je Einheit). Für eine Einheit waren 30 - 40 Minuten vorgegeben. Aber was tut man (ich) nicht für seine Leserschaft. Insgesamt war jedoch die Betreuung durch die Trainer in Ordnung. Es wurden zu Beginn alle wichtigen Daten erhoben und auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wurden abgefragt. Zur Halbzeit des Trainingsplanes wurden Zwischenergebnisse notiert, die dann am Schluß durch die Endergebnisse vervollständigt wurden.
Wer sich auf meiner Webseite bereits ein wenig umgesehen hat weiß vielleicht, dass ich Aussagen, gezielt an Problemzonen Fett abbauen zu können, sehr skeptisch gegenüber stehe. Diese Ansicht hat sich auch nicht wirklich nach dem 4 wöchigen Training geändert.
Die Ergebnisse stammen von der Analyse-Waage aus dem Fitness-Studio und wurden bei den ersten beiden Terminen vor Traningsbeginn gemacht und beim letzten Termin danach. Die Werte decken sich nicht ganz mit den von mir am Montag Morgen ermittelten. Eine Ursache ist, dass die letzte Messung nach dem Training erfolgte, ich dabei komplett angezogen war und zudem unmittelbar zuvor noch einen großen Becher Mineralgetränk zu mir genommen hatte (ich schätze, 0,5 kg zuviel haben hier ihre Ursache).
| Kategorie | 20.05.2010 | 07.05.2010 | 17.06.2010 |
| Gewicht | 75,3 | 74,7 | 74,9 |
| Bauchumfang | 94 | 92 | 96 |
| Fett (kg) | 14,6 | 14,0 | 14,9 |
Lege ich meine eigenen Messungen zugrunde, so kann ich feststellen, dass die 4 Wochen Training, die ich auf dem Crosstrainer absovierte, zu einem Gewichtsverlust von 1 Kg und leicht rückläufigen Fettanteil führten. Das ist an sich recht ordentlich. Ich muss jedoch erwähnen, dass ich während der ersten beiden Trainingswochen noch zusätzlich 2 Stunden beim Schwimmen war, was die relativ guten Werte in der Zwischenmessung erklären könnten.
Insgesamt habe ich somit 12 x 0:45 Std auf dem Crosstrainer und 2:00 im Schwimmbecken verbracht. Das sind 11 Stunden, also rund 3 Stunden pro Woche. 3 Stunden pro Woche brachten ein Gewichtsverlust von 1 Kg Fett. Das klingt nicht besonders erfolgreich, wurde aber nachhaltig erzielt. Und wenn man das auf das Jahr hochrechnet, dann wären 12 kg in 12 Monaten ein sehr respektables Ergebnis. Allerdings kann ich die Marketingaussage, gezielt am Bauch Fett abbauen zu können, nicht bestätigen. Vielleicht bringt es tatsächlich ein wenig, aber wenn ich mich betrachte, dann habe ich das eine kg nicht überwiegend am Bauch verloren, das verteilt sich schon auch auf andere Gebiete. Ich bleibe dabei: Wirklich gezielt kann man keine Problemzonen von überschüssigem Fett befreien.
Es ist eine insgesamt gesehen teure Methode, Leute in das Fitness-Studio zu bringen. Gleiches kann jeder sicher auch ohne Slim Belly, auch ohne ein Fitness-Studio erzielen. Aber: Wenn es keinen billigeren Weg gibt, die Menschen zu mehr Aktivität zu ermuntern, dann kann Slim Belly ein Vehikel dazu sein (der Zweck heiligt die Mittel). Dann sollte sich aber jeder Betroffende hinterfragen, wie klever er wirklich ist.