Nahrstoffmangel?

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Nährstoffmangel trotz Nahrung im Überfluss?

Quelle: ÖKO-Test Online-Forum

Leiden wir an Nährstoffmangel?

Hierzulande isst jeder im Schnitt 250 Kilogramm Obst und Gemüse im Jahr - und damit mehr als in den vergangenen 50 Jahren. Zudem trinken wir 40 Liter Fruchtsaft und Fruchtnektar pro Kopf und Jahr und sind damit Saftweltmeister. Viele Verzehrstudien, in denen akribisch die täglichen Mahlzeiten und Naschereien der Deutschen erfasst und mit Nährwerttabellen verrechnet wurden, sind denn auch zu dem Ergebnis gekommen: Im Durchschnitt sind wir gut versorgt. Leichte Defizite bestehen nur bei Folsäure und Vitamin D.

Aber enthalten Obst und Gemüse nicht viel weniger Nährstoffe als früher?

Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Experten aus 60 Forschungsinstituten befragt. Das Fazit: Der Nährstoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel ist seit Jahrzehnten unverändert. Den Nährstoffgehalt der Böden schätzen die Experten aufgrund intensiver Düngung sogar höher ein als früher. Auch tierische Produkte enthalten heute eher mehr Vitamine und Mineralstoffe als früher. Exemplarisch hat die DGE zudem anerkannte internationale Nährwerttabellen verglichen. Demnach sind die Vitamin- und Mineralstoffgehalte von acht Lebensmitteln - darunter Tomaten, Spinat, Orangen, Kartoffeln und Äpfel - von 1972 bis 2000 im Großen und Ganzen gleich geblieben.

Wer sollte zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Grundsätzlich sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, überflüssig. Abweichend vom Durchschnitt gibt es Menschen, bei denen der Nährstoffbedarf erhöht ist oder die sich zu einseitig und damit nährstoffarm ernähren. In den meisten Fällen gilt, dass sich auch ein erhöhter Bedarf durch eine bewusste Ernährung decken lässt. Bei Rauchern, Gewohnheitstrinkern oder Fast-Food-Junkies ist es gesünder, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu ändern, als mit Hilfe von Vitaminpillen die Schäden einer ungesunden Lebensweise zu begrenzen. Nur bei wenigen Nährstoffen und in speziellen Fällen halten Ernährungswissenschaftler eine Ergänzung für sinnvoll. Auch chronische Krankheiten wie Krebs oder Magen-Darm-Erkrankungen, die die Nährstoffaufnahme behindern, können zu Mangelerscheinung führen.

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Kommentare

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Unveränderte Lebensmittel

Frage?

Wenn alle Nahrungsmittel auch in der Vergangenheit so gut waren, warum gibt es dann Bio-Produkte?

Ich denke, jeder der sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, kennt den Unterschied zwischen konventionell erzeugten und wirklichen Bio-Produkten.
Und der Unterschied im Geschmack zwischen einem am Baum gereiften Pfirsich und einer gleichen Frucht, die noch unreif geerntet wurde und erst später „fertig reifte“, wird selbst demjenigen gewahr, der sich nicht ausdrücklich für Ernährungsfragen interessiert. Ersterer schmeckt einfach viel besser!